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I.D.: 34563004

Revierkartierung Kiebitz

Auftragstyp:
Dienstleistung
Veröffentlicht:
14.03.19
Art der Bekanntmachung:
Ausschreibung
CPV:
72313000-2
Angebotsfrist:
25.03.19 16:00
Form der Bekanntmachung:
National
Auftraggeber:
Bayerisches Landesamt für Umwelt
Ausführungsort
DE: 86179 Augsburg
Unterlagen:
  1. 55-0270-157442019_Revierkartierung_des_Kiebitzes.pdf   Nur für eingeloggte User abrufbar, z. Bsp. mit einem Gratistest
Region:
Augsburg, Kreisfreie Stadt
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Kurzbeschreibung:
Im Zuge einer fortschreitenden Intensivierung der Grünlandbewirtschaftung mit andauernden Meliorationsmaßnahmen und häufigeren Schnittzeitpunkten unterlag der urspüngliche Lebensraum des Kiebitzes einem starken Wandel. Die Vegetations-struktur ehemals artenreicher Feuchtwiesen veränderte sich hin zu produktiven, grasgeprägten Wirtschaftswiesen. Effektive Drainageeinrichtungen sorgten für eine starke Absenkung des Grundwasserspiegels. Der Kiebitz als Charakterart weitläufi-ger, niedrigwüchsiger und lückiger Feuchtwiesen vollzog als Ergebnis dieser Entwicklung einen Habitatwechsel vom ursprünglichen Primärhabitat der Feuchtwiesen hin zur offenen Agrarlandschaft als Sekundärhabitat. Boten hier bisher im Sommer-getreideanbau bewirtschaftete Flächen die entsprechenden Bruthabitate, so sind diese inzwischen, aufgrund des bevorzugten Anbaus von Wintergetreide, weitgehend durch Maisäcker als Bruthabitate ersetzt. Aufgrund der Bearbeitungszeitpunkte kommt es hierbei zu einer Überlappung von Brutzeit und Feldbearbeitung, woraus ein gesteigerter Verlust mit bis zu 100% Verlustrate von Erstgelegen resultiert. Ergänzend hierzu bedingt eine stetige Intensivierung des Feldfruchtanbaus den Verlust wertgebender Strukturen in der Agrarlandschaft. Kiebitze unterliegen folglich nicht nur den direkten negativen Verlusten durch den Verlust von Gelegen, sondern gleichermaßen einem passiven Einfluss durch eine Entwertung der Habitate, die sich negativ auf den Bruterfolg auswirkt. Starke Bestandseinbrüche der Art führten bayernweit zur Umsetzung zahlreicher Kiebitzprojekte. Aufgrund des benötigten Zeitauf-wandes ist jedoch nur in den seltensten Fällen eine Erfassung des Bruterfolges als Zustandsbewertung des Habitates und zusätzlich der Evaluation umgesetzter Maßnahmen möglich. Im Rahmen vorliegender Erfassung soll anhand einer Stichprobe (pro UG n= ca. 30 BP) der Bruterfolg innerhalb verschiedener Projekgebiete (sowohl grünland- als auch ackergegeprägter) erfasst und somit der aktuelle Stand der Schutzmaßnahmen bewertet werden. Ergänzend hierzu findet oben genannte Erfas-sung in Kiebitzgebieten statt, in denen bisher keine Schutzmaßnahmen durchgeführt wurden (pro UG n= ca. 30 BP). Methodik Es erfolgt eine Erfassung der Kiebitzbrutpaare innerhalb der Projektgebiete mittels einer Kartierung der Revierzentren im wöchentlichen Turnus zwischen Anfang April und Ende Juni in unbetreuten Vergleichsgebieten ohne Maßnahmen; in Gebieten mit Schutzmaßnahmen werden die Kartierergebnisse durch die Betreuer vor Ort abgewartet und aufbauend auf deren Ergebnissen die Kontrollen ab etwa Mai durchgeführt. Soweit möglich erfolgt im Rahmen o.g. Erfassung eine Zählung der besetzten Nester. Schwerpunkt stellt die Erfassung des Bruterfolges durch den Nachweis von Jungvögeln (Alter > 15 Tage, Flügge) dar. Pro Untersuchungsgebiet ist der Bruterfolg bei mindestens 30 Brutpaaren zu erfassen und nach Erst- und Zweit- beziehungsweise Ersatzgelege zu differenzieren. In Gebieten in denen Schutzprojekte durchgeführt werden, sind zusätzlich mindestens 30 Brutpaare außerhalb des Schutzprojektes auf Bruterfolg und die nachfolgenden Parameter hin zu erfassen. Hierzu sind die Angaben vor der jeweiligen Gebietsabgrenzung zu beachten. Schutzprojekte in den Gebieten 1), 4), 5 a) und 6 a) bedingen ein im Vergleich zu den Gebieten 2), 3) und 7) abweichendes Vorgehen. Im Rahmen der Schutzaktivitäten erfolgt eine Erfassung des Brutbestandes und eine Lokalisation der Gelege. Die Erfassung beginnt folglich in diesen Gebieten unverzüglich ab dem Zeitpunkt, an dem eine Markierung der Gelege erfolgte. Die Standorte der Gelege werden zur Verfügung gestellt und werden vom AN bei den lokalen Akteuren angefragt. Die Erfassungen laufen in enger Abstimmung mit den lokalen Schutzprojekten. Bei den Begehungen festgestellte Beeinträchtigungen wie z.B. durch landwirtschaftliche Bearbeitungsschritte verursachte Gelegeverluste sind zu notieren. Im Rahmen der Begehungen erfolgt eine photographische Dokumentation des Untersuchungsgebietes, insbesondere des Brutplatzumfeldes. Die Vergleichbarkeit der Erfassungen innerhalb der verschiedenen Gebiete muss gewährleistet sein, somit erfolgt diese über alle Untersuchungsgebiete und die beiden Untersuchungsjahre hinweg nach derselben Methodik. Faktoren welche Einfluss auf den Bruterfolg nehmen könnten sind über die nachfolgenden Parameter hinaus zu notieren. Dies betrifft beispielsweise im Direkt- oder Mulchsaatverfahren bestellte Äcker. Erfordert die Situation die Aufnahme weiterer Parameter, so sind diese dem AG unverzüglich mitzuteilen um eine Abstimmung mit allen beteiligten Kartierern zu ermöglichen Störungen am Brutplatz und von familienführenden Verbänden sind so gering wie möglich zu halten. Paare deren Beobachtung aufgrund der räumlichen Nähe auch über die 30 BP der Untersuchung hinaus keinen zeitlichen Mehraufwand erwarten lassen, sind in die Erfassung zu integrieren. Etwaig notwendige Genehmigungen zum Betreten des UG sind seitens des AN selbstständig zu beantragen. Die nachfolgenden Parameter sind für eine geplante übergeordnete Auswertung im Gelände zu erfassen, jedoch nicht direkt auszuwerten: - Brutpaare (differenziert nach Brutzeitcodes) - Bruterfolg (Jungvögel älter 15 Tage und/oder Flügge) - Bruterfolg in Abhängigkeit nachfolgender Faktoren - Abstand zu Wegen/Straßen in Metern - Abstand zu Gehölzen (Einzelstrukturen, kulissenbildenden Strukturen) in Metern inklusive der Höhenschätzung dieser Strukturen in Metern - Störstelle vorhanden (Ja/Nein) - Qualität der Störstelle,Seige,Flachwassermulde - Optimal (Offenboden, Flachwasserbereiche, Gehölzfrei, niedrigwüchsig) - Moderat ( - Schlecht (Kein Offenboden, angrenzende Gehölzkulisse, ausgeprägter, mittel-hochwüchsiger Vegetationsbestand, mehr Tümpel als Flachwassermulde) - Entfernung der nächsten Störstelle, Seige, Flachwassermulde zum Brutplatz - Größe der Störstelle, Seige, Flachwassermulde in Quadratmeter - Wasserführung der Struktur (Ja/Nein pro Begehung), - Größe der offenen Wasserfläche - Klassifikation der Feuchtigkeit (pro Begehung) - Offenes Wasser Ja/Nein - Nass - Feucht - Trocken - Schutzprojekt bzw. Maßnahme Ja/Nein - Art der Schutzmaßnahmen die am oder um den Brutplatz umgesetzt wurde - Ursache des Gelegeverlusts (Prädation, Landwirtschaft, Sonstiges) Untersuchungsgebiete: 1) Nördlicher Landkreis Rosenheim - ca. 25 BP in 3 Kolonien, zuzüglich weniger Einzelpaare. - Flächenausdehnung des Untersuchungsgebietes ca. 500 Hektar - Schutzprojekt 2) „Brutplatzmangement Schwaben“ – Pfäfflinger Wiesen - ca. 10 BP in großflächiger Zäunung, weitere 20 auf umliegenden Flächen - Flächenausdehnung des Untersuchungsgebietes ca. 400 Hektar 3) Erlanger Straße - Knoblauchsland - 30 BP ohne Schutzmaßnahmen - Flächenausdehnung des Untersuchungsgebietes ca. 240 Hektar 4) Bergkirchner Moos (Dachau) - 30 BP mit Schutzmaßnahmen - Flächenausdehnung des Untersuchungsgebietes 450 Hektar 5) Königsauer Moos, Großköllnbach - a) 30 BP mit Schutzmaßnahmen, b) 30 BP ohne Schutzmaßnahmen - Flächenausdehnung der Untersuchungsgebiete a) ca. 300 Hektar, b) 280 Hektar 6) Unteres Isartal bei Wallersdorf (Wallersdorfer Moos) - a) 30 BP mit Schutzmaßnahmen, b) 30 BP ohne Schutzmaßnahmen - Flächenumfang der Untersuchungsgebiete a) ca. 180 Hektar, b) 220 Hektar 7) Wiesenbrütergebiet Langenmoosen - 30 BP ohne Schutzmaßnahmen - Flächenausdehnung des Untersuchungsgebietes ca. 340 Hektar Beibeobachtungen wertgebender oder für den Wiesenbrüterlebensraum relevanten Arten sind im Bericht kurz aufzuführen und deren Punkverortungen im Zuge des PC-ASK Exportes digital bereitzustellen. Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren Die fortwährende Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren stellt die Grundlage für eine erfolgreiche Evaluation des Bruterfolges im Rahmen der vorliegenden Untersuchung dar. Der AN erhält nach Auftragsvergabe die notwendigen Kontaktdaten zur Abstimmung der Erfassungen mit den lokalen Schutztätigkeiten. Die sich hieraus ergebenden Synergien sind bestmöglich zu nutzen. Neue Brutplätze sind umgehend der Gebietsbetreuung mitzuteilen. Datengrundlagen Als Kartierungsgrundlage dienen die topografische Karte (TK25) und ein aktuelles Orthofoto, die vom LfU zur Verfügung gestellt werden können. Außerdem werden die Kartierergebnisse der letzten landesweiten Wiesenbrüterkartierung 1998, 2006 und 2014/2015 und zusätzlich die LfU-Formatvorlage Umwelt-Spezial (inkl. Arbeitshilfe) sowie das Eingabeprogramm PC-ASK bereitgestellt. Insofern vorhanden dienen die Daten der örtlichen Schutzprojekte ebenfalls als Grundlage und werden von diesem zur Verfügung gestellt. Datenabgabe a) Die kartographische Aufarbeitung hat mit FinView oder einem GIS-Programm zu erfolgen. Die Shape-Dateien werden dem Auftraggeber übermittelt. b) Die Angaben zum Bruterfolg und der Anzahl der flügge gewordenen Jungvögel sind in digitaler Form (Excel-Format) zu übersenden und in PC-ASK einzugeben. c) Die erhobenen Parameter sind dem AG digital in Form einer Excel-Tabelle zu übermitteln. Eine Vorlage wird zur Verfügung gestellt. d) Eine Zusammenfassung der Kartierergebnisse inklusive der erkannten Beeinträchtigungen, ist dem AG in Form eines Schlussberichts vorzulegen. e) Der Schlussbericht ist im LfU-Layout UmweltSpezial abzugeben, hierzu wird eine Formatvorlage zur Verfügung gestellt. Alle Formatvorgaben sind verbindlich! f) PC-ASK - Der Auftragnehmer bereitet die Kartierergebnisse gemäß den Vorgaben zur PC-ASK in digitaler Form auf und erstellt ein Punkt-Shapefile der relevanten Vogelvorkommen und gibt die Daten in Form eines PC-ASK-Exports an das LfU. - Eingaben erfolgen nur in der aktuellen Version von PC-ASK (Version 2.3.3 oder jünger), die kostenlos vom LfU zur Verfügung gestellt wird (www.lfu.bayern.de/natur/artenschutzkartierung/datenmeldung/) - Für die Eingabe dieser Auftragskartierung wird eine neue Eingabe-Datenbank (über Datei -> „leere Kopie der persönlichen Datenbank anlegen“) erstellt, die nur für die Eingabe dieses Projektes genutzt wird. - Eingabe PC-ASK folgende Angaben: o Grundeinstellungen: o Projekt = Biodiversitätsprojekt Kiebitz des LfU; o Projektgattung = sonstige Gutachten oder Auftragskartierungen; o Auftraggeber = Bayer. Landesamt für Umwelt (LfU); o Personen- und Institutionendatenbank = Dateneingeber -> ggf. als Standard für Sammler/Finder, Dateneingeber und Bestimmer festlegen (bei Verbleib nur sofern immer Belege gesammelt werden) - Zu jedem angelegten Fundort sind folgende Felder auszufüllen: o Koordinate(n) o knappe Lagebeschreibung der untersuchten Bereiche (wo, wie zu finden, ggf. Besonderheiten; Text), o Erfassungsgenauigkeit (in m), o Hauptlebensraumtyp (Code auswählen), o Kartierungsgrundlagen (GPS) - Zu jeder Artangabe sind folgende Felder auszufüllen: o Artname (Code) o Anzahl o Genauigkeit (Code) o Vollständiges Beobachtungsdatum (Jahr, Monat, Tag) o Bearbeiter & Bestimmer (Auswahl entsp. Personendatenbank) o Nachweissicherheit (mindestens Standardsicherheit) o Status (Code) Auswertung und Berichterstellung - Im Rahmen des Zwischenberichtes erfolgt eine kurze Zusammenfassung der Brutsaison 2019 inklusive der erhobenen Daten und der vorherrschenden Beeinträchtigungsfaktoren - Im Rahmen des Abschlussberichts erfolgt eine Zusammenfassung der Ergebnisse. Diese beinhaltet eine vergleichende Darstellung der zwei Erfassungszeiträume inkl. der Anzahl der Brutpaare und dem jeweiligen Schlupf/Bruterfolg. Ergänzend hierzu erfolgt eine Zusammenfassung der lokal vorherrschenden Beeinträchtigungsfaktoren inklusive gebietsspezifischer Besonderheiten. Es erfolgt keine direkte Auswertung der erhobenen Parameter. Auffälligkeiten können jedoch kurz im Text aufgegriffen werden.
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